Einsätze


Im Laufe von 75 Jahren wurden von der Freiwillige Feuerwehr Helmstorf zahlreiche Einsätze und Alarmübungen gefahren.

Vielfältige Aufgaben waren zu bewältigen, nicht nur innerhalb der Gemeinde, sondern auch in Nachbargemeinden. So wurde unsere Wehr während der Kriegszeit auch zu eingen Einsätzen nach Kiel beordert, um dort nach Bombenangriffen Löschhilfe zu leisten.

1938 brannte die Stellmacherei des Hermann Rönfeldt (späterer Kührener Krug). Als im Jahr 1946 das Haus des ehemaligen Bürgermeisters Werner Hein brannte, wurde ein LF 16 der Wehrmacht eingesetzt. Dieses war derzeit in der Rosenstraat stationiert. Auf dem Boden fand man dann einen Spirituskocher der dort untergekommenen Landser, na ja. Weitere Gebäude in der Gemeide wurden durch Feuer vernichtet wie zum Beispiel das Wohnhaus in der Horn.

 

Während der großen Sturmflutkatastrophe 1962 traf man sich, um Faschinen zu binden.
Während der großen Sturmflutkatastrophe 1962 traf man sich, um Faschinen zu binden.

 

 

Als im Jahr 1966 auf dem Hof Anders ein Stallgebäude brannte, soll Berichten zu Folge die Feuerwehr Klamp nicht an das Feuer herangelassen worden sein. Als sich jedoch herausstellte, das der Löschbrunnen in Null-Komma-Nix leer war, „durften“ sie den Wasserweg zum Löschteich aufbauen. Es war ersichtlich, dass nichts mehr zu retten war. Trotzdem ordnete der Wehrführer an, solange weiter zu löschen bis das Feuer aus sei. Danach mussten die Feuerwehrmänner die zum Teil verkohlten Balken und Bretter auf  eine Koppel schleppen und aufstapeln, wo sie dann nach einigen Tagen des Trocknens angesteckt und verbrannt wurden. Am 21. Februar 1975 brannte auf dem selben Hof dann die Scheune. Obwohl alle angerückten Wehren gleich löschen durften, war nichts mehr zu retten.

 

In den folgenden Jahren wurden wir dann zu Bränden in Futterkamp, Sehlendorf, Kletkamp und Högsdorf gerufen. Der Kaisersaal in Lütjenburg wurde am 17.10.1976 von einem Brand völlig vernichtet. Ein Großaufgebot von Feuerwehren konnten lediglich vermeiden, dass die Nachbargebäude gerettet werden konnten. Das war auch der letzte Einsatz, der mit dem Ford gefahren wurde. Bei einem Tachostand von 9404 km wurde er am 29.7.1977 gegen gegen den Mercedes mit Tachostand 706 km ausgetauscht.

 

Während der Schneekatastrophe 78/79 waren nicht nur Feuerwehrleute im Einsatz. Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde schlossen sich mit Schaufeln gewappnet zusammen um der weißen Pracht Widerstand zu leisten. Nur unser Fahrzeug hatte so seine Probleme mit dem Fortkommen. Problem erkannt: Dr. Seher spendete spontan einen Satz Schneeketten und schon ging es voran.

 

In den folgenden Jahren gab es mehrere kleinere Einsätze in den Nachbargemeinden. Im Sommer 1983 musste wegen der Trockenheit mehrere Feldbrände gelöscht werden. Am 11.4.1984 brannte der Kuhstall des Hofes Schnoor in Gowens. Nachdem wir am Aufbau des langen Wasserweges beteiligt waren, mussten wir eine Kuh aus dem Misthaufen ziehen. Sie hatte nicht wie alle anderen Rinder den direkten Weg zur Koppel gefunden.

 

Bei klirrender Kälte wurden wir am 5.1.1985 zum Brand der alten Dorfschule in Engelau gerufen. Große Probleme gab es bei der Wasserentnahme, da der Teich mit einer dicken Eisschicht bedeckt war und diese mit dem Feuerwehrbeil durchschlagen werden musste. Noch größere Probleme gab es beim Aufrollen der Schläuche. Wer nicht schnell genug war, konnte diese im wahrsten Sinne des Wortes knicken.

Leider müssen wir nun über den traurigsten Einsatz berichten. Am 6.12.1986 brannte bei unserem Eintreffen die alte Reithalle auf Gut Helmstorf bereits in voller Ausdehnung. Strohlagerung und Wände aus Holzbrettern machten die Löschversuche auch mit unterstützung der benachbarten Feuerwehren unmöglich. Schon während der Löscharbeiten sickerte das Gerücht durch, dass 2 Kinder vermisst würden. Ein Zug der Bereitschaftspolizei durchsuchte darauf hin die Brandruine und fanden die Leichen von zwei Jungen im Alter von 11 und 12 Jahren. Die Verarbeitung dieses Ereignisses nahm einige Zeit in Anspruch.

  

Quelle: Kieler Nachrichten 8.Dezember 1986
Quelle: Kieler Nachrichten 8.Dezember 1986

Ein Zimmerbrand in Kühren konnte am 27.8.1989 schnell unter Kontrolle gebracht werden, da unsere Wehr zwischenzeitlich mit Atemschutzgeräten ausgestattet worden war. Einen Tag später löste der Kreis Katastrophenalarm aus. Schwere Regenfälle mit anschließenden Surmböen hatten die belaubten Bäume reiehenweise entwurzelt und mehrere Straßen unpassierbar gemacht.

 

Während im Kührener Krug der Amtsausschuss tagte, wurden wir zur Ölbekämpfung zu den Klärteichen gerufen. Mit Unterstützung der Preetzer Feuerwehr gelang es, die 3. Klärstufe vor dem Eintritt des Ölfilmes zu schützen. In mühevoller Handarbeit wurden die Ölreste ans Ufer befördert und von einem Spezialunternehmen abtransportiert.

 

Nur 3 Tage später war es ein Großbrand in Futterkamp, der uns nicht zur Ruhe kommen ließ. Auf dem Weg dorthin wurde unser Fahrer Klaus Lamp zu einem waghalsigen Ausweichmanöver gezwungen, weil ihm an der Helmstorfer Kreuzung ein Polizeifahrzeug die Vorfahrt nahm. Beide mit Blaulicht, beide mit Martinshorn – nur wir befanden uns auf der vohrfahrtsberechtigten Straße. Die Entschuldigung der damals noch grün gekleideten Freunde und Helfer erfolgte dann auch prompt an der Einsatzstelle.

 

Weitere Einsätze wie Flächenbrände und die Beseitigung von Ölspuren sowie der Brand eines Mähdreschers folgten.

 

Der nächste Großbrand führte uns am 5.10.1996 nach Klamp. Dort brannte eine Scheune nieder.

 

Genau einem Monat danach, am 5.11.1996 geriet unser Dorfkrug in Brand. Im Dachgeschoss war ein Feuer ausgebrochen und drohte in den Saal einzudringen. Die Nachbarwehren aus Kütjenburg, Högsdorf, Gowens, Dannau, Engelau, Klamp und Blekendorf waren schnell zur Stelle und konnten einen Teil des Kruges retten. Ein Durchschlagen der Flammen in die Gaststube konnte vermieden werden, es entstand aber erheblicher Wasserschaden. Alle umliegenden Gebäude wurden erfolgreich geschützt. Drei Hausschweine konnten wegen der sehr hohen Hitzentwicklung nicht mehr gerettet werden. Da das Gebäude später abgerissen wurde, verlagerte sich das Gemeinschaftsleben in das mitlerweile erweiterte Feuerwehrhaus.

Brand Kührener Krug am 5. November 1996
Brand Kührener Krug am 5. November 1996

Ein weiterer Großbrand ereignete sich am 6.12.1997 auf dem Gut Neuhaus. Eine Verwechselung sorgte dafür, dass wir alarmiert wurden. Irgendjemand hatte Neuhaus mit Neudorf  verwechselt. Da wir unsere Nachtruhe um 1:15 Uhr schlagartig verlassen hatten und „auf Funk“ waren, überredete man uns, mal mit hinzuschauen – hat dann bis 7:15 Uhr gedauert.

 

Weiter ging es mit der Beseitigung einer Eiche nach Blitzeinschlag, es brannte mal wieder ein Mähdrescher und aus dem Mühlenfelder Teich musste ein Pferd gerettet werden.

 

 

Am Heiligabend 1999 hatten wir dann die Bescherung, Nachbarschafftliche Hilfe bei einem Zimmerbrand in Högsdorf.

 

Weitere Einsätze: Misthaufenbrand in Neu-Wetterade, Verkehrsunfall L178, wieder mal ein Flächenbrand (wer hat da mit dem Feuer gespielt?), eine vermisste Person, Brände aller Art.

 

Land unter hieß es am 18.7.2002. Es wurde gepumpt und gelenzt in Dannau, Helmstorf, Kühren und in Köhn (Probstei).

 

Ein Großfeuer zerstörte am 7.11.2005 ein reetgedecktes Einfamilienhaus in Gowens. Das war der letzte Einsatz mit dem TSF-Mercedes.

Quelle: Kieler Nachrichten 8. November 2005
Quelle: Kieler Nachrichten 8. November 2005

 

Mit dem neuen Fahrzeug wurde dann erst mal eine tote Möwe geborgen, Vogelgrippe ist das Stichwort. 6 Stunden vor der offiziellen Inbetriebnahme des Fahrzeugs wurden wir zu einem Entstehnungsbrand in einem Einfamilienhaus in Gowens gerufen. Es folgten vier zum Teil schwere Verkehrsunfälle iauf der L 178 zwischen Kühren und Lütjenburg, ein Unfall endete für eine junge Frau leider tödlich.

 

Mehrere Brandeinsätze in den Nachbargemeinden sowie technische Hilfeleistungen und Beseitigung von Wetterschäden sind uns allen auch ohne Chronik in Erinnerung geblieben. So auch die Brandwache bei den Filmaufnahmen auf dem Gut Helmstorf mit Maximilian Schell, der diesen Einsatz in unserem Fahrtenbuch abgezeichnet hat.